Lernen mit der Feldenkrais-Methode

Die Feldenkrais-Methode, benannt nach ihrem Begründer, Moshe Feldenkrais, ist ein dynamischer Lernprozess, der die menschliche Bewegung zur Grundlage hat. Es geht um die Frage, wie der Mensch lernen kann, sich so zu organisieren, dass er seine Wünsche, Absichten und Handlungen in der jeweils konkreten Situation angemessen und zufrieden ausführen kann. Wie lernen wir, die immer wieder neu an uns herankommenden Anforderungen im Beruf und im Leben zu bewältigen? Was kann uns helfen, auch unter erschwerten Bedingungen, wie Behinderung, Krankheit, Alter oder chronischer Schmerzzustände handlungsfähig zu bleiben oder es wieder zu werden?

Mit der Feldenkrais-Methode gehen wir einen möglichen Weg. Die mit Achtsamkeit ausgeführten Bewegungen lassen uns spüren und erleben, wie sich Leichtigkeit und Ausdauer verbinden können. Wir lassen überflüssige Anstrengungen los und fühlen uns wohl.

Wir erfahren uns als Menschen, die fähig sind, das zu tun, was uns angemessen ist, das, was uns in unserer Entwicklung weiter bringt.

 

Es gibt zwei praktische Erfahrungsweisen der Feldenkraismethode:

Gruppenunterricht, auch „Bewusstheit durch Bewegung“ benannt

In Gruppen am Boden liegend, aber auch im Sitzen, Stehen und Gehen werden unterschiedliche Bewegungsabläufe nach Anleitung ausgeführt. Der/die Lernenden erforschen auf diese Weise über die Sinne, wie sie sich im täglichen Leben organisieren. Gewohnheitsmäßige Verhaltensweisen, die zu Verspannungen oder Schmerzen führen, können so erkannt und verändert werden. Neue Wege des Denkens, der Wahrnehmung und der Bewegung entstehen, spielerisch, wie von selbst!

Einzelarbeit, wird „Funktionale Integration“ bezeichnet.

Sie geschieht meist nonverbal im Dialog mit den Händen der/des Feldenkraislehrers/In. Der/die FK- LehrerIn zeigt Zusammenhänge und Alternativen auf, die nachvollziehbar sind. Diese Art der Feldenkrais-Arbeit führt zu eindrucksvollen Veränderungen und Verbesserungen des Körpergefühls und der Beweglichkeit.

Moshe Feldenkrais (1904-1984)

Der Begründer der Feldenkraismethode war der israelische Physiker Moshe Feldenkrais. Eine schwere Knieverletzung motivierte ihn zur Erforschung von Biomechanik, Neurophysiologie und Verhaltenspsychologie. Seine Erkenntnisse führten zunächst zu seiner eigenen Genesung.
Auf dem Hintergrund dieser Erfahrungen begann er, damit zu experimentieren, wie man Menschen helfen könnte, die eigenen Fähigkeiten zu verbessern und den Reichtum an Möglichkeiten, die dem Menschen angeboren sind, zu nutzen. Er entwickelte eine differenzierte Lernmethode, die auf ganzheitliche Weise körperliche und geistige Funktionen verbessert.

Er war mit vielen seiner Erkenntnissen seiner Zeit weit voraus und schon damals der Ansicht, dass sich die neuromuskulären Verbindungen und Muster im Gehirn ändern können.

© International Feldenkrais Federation Archive